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Anhang

Page history last edited by Plieninger, Juergen 2 years, 4 months ago

Anhang

 

A Allgemeines zur Recherche

 

Sie sollten sich immer klar sein, was das Rechercheinstrument, das Sie gerade nutzen (z.B. Online-Katalog, Datenbank, Internet-Suchmaschine, thematischer Index) zu leisten vermag und nach was man überhaupt damit suchen kann. Hier einige Stichworte:

Mit Online-Katalogen koennen Sie meist nur Bücher suchen. Jeder Katalog hat Beschränkungen, je nach Fachgebiet der Bibliothek und je nach Zeitraum, der bereits digitalisiert wurde.

Mit Datenbanken suchen Sie meist nach Zeitschriftenartikeln. Manche verzeichnen auch Aufsätze aus Sammelwerken und Monographien. Oft sind die aufgeführten Aufsätze mit einem Abstract versehen.

Mit Internet-Suchmaschinen suchen Sie nach den unterschiedlichsten Dokumenten, Listen etc. Das bedeutet, dass die Suche hier besonders diffus ist und deshalb die Suchanfragen möglichst präzise gestellt werden sollten, um befriedigende Ergebnisse zu erhalten.

Mit Internet-Indices (auch thematische Listen, Kataloge etc. genannt) suchen Sie nach bestimmten Fachgebieten im Internet. Indices sind nicht so aktuell wie Suchmaschinen, erfassen weitaus weniger Webseiten, haben aber den Vorteil, daß bei einer thematischen Suche ein Fachgebiet in seiner Struktur präsentiert wird und so

einen Überblick über das Fachgebiet und seine Fragestellungen bekommt und damit

Fragestellungen bei der Suche entwickelt, die man zu Anfang gar nicht hatte.

"quick and dirty" (schnell und unklar) nennen die Fachleute das Verhalten, irgendein Stichwort in eine Suchbox zu tippen und die Suche zu beginnen. Das geht immer, bringt etwas, aber nicht alles, was möglich ist! Effektiv ist dies nur hinsichtlich der Schnelligkeit, in der man die Anfrage stellt; keineswegs effektiv ist es hinsichtlich der Ergebnisse. Wer denkt, daß die Technik einem alles abnimmt und irgendwelche Suchbegriffe in irgendein Menu tippt, ohne sich darum zu kümmern, welchen Suchmöglichkeiten und -einschränkungen der betreffende Katalog, Datenbank oder Suchmaschine bietet, der bekommt nur minderwertige Ergebnisse. Wenn man anders verfahren will, muß man sich ein wenig mit der Recherchesyntax des Katalogs/der Datenbank/der Suchmaschine beschäftigen, muß sich kundig machen, welche Reichweite die in diesen Nachweisinstrumenten enthaltenen Notationen haben und wie aktuell sie sind.

Bitte behalten Sie bei der Recherche immer das Ziel im Blick, kleine, aber relevante Ergebnismengen zu bekommen. Warum? Nur dann haben Sie Ergebnisse, die Ihrer eigentlichen Fragestellung entsprechen, weil Sie sich nämlich vorher eingehende Gedanken zum Thema gemacht haben und die Fragestellung korrekt eingegrenzt haben. Und nur dann bleiben Sie motiviert, weil die Ergebnisse dann in aller Regel auch aussagefähig sind. Wenn Sie "quick and dirty" vorgehen, bekommen Sie irgendwas, verlieren aber letztendlich viel Zeit, bei einer großen Ergebnismenge den Schrott auszusortieren und haben zudem eine große Chance, relevante Ergebnisse zu Ihrem Thema zu übersehen.

Wenn möglich, sollte man bei der Suche in Datenbanken und Internet-Suchmaschinen mit Suchstrategien zu Werke gehen, beispielsweise

indem man vom Allgemeinen zum Besonderen geht: Zuerst eine Anfrage mit allgemeineren Begriffen stellen, die Ergebnisse soweit sichten, bis klar wird, welche besonderen Interessen man anhand der Ergebnismenge hat und dann mit diesen besonderen Interessen wieder Suchbegriffe formulieren und dann die erste Ergebnismenge mittels einer Verknüpfung mit dem Boole'schen Operator AND einschränken, um so ein signifikanteres Ergebnis zu erreichen. Dieser Prozeß läßt sich solange wiederholen, bis aussagefähige, verarbeitbare Ergebnismengen erzielt worden sind.

Genauso kann man aber vom Besonderen zum Allgemeinen gehen, wenn man mit einer speziellen Anfrage zu kleine, nicht aussagefähige oder sonstwie unbefriedigende Ergebnisse bekommen hat. Man überlegt sich dann Synomyme oder übergeordnete Begriffe für die verwendeten Suchbegriffe und sucht dann mit diesen weiter.

Zu jeder seriösen Recherche gehört die systematische Berücksichtigung von Lücken von vornherein dazu, undzwar

bei der Fragestellung,

bei den Suchbegriffen,

bei den Quellen und

beim Auswerten der Ergebnisse

.

 

* Bei der Fragestellung

Gibt es noch wichtige Aspekte meines Themas, die ich noch nicht im Blick habe? Dies können sowohl Themenbereiche innerhalb eines Gesamtthemas sein als auch bestimmte "Umgebungs"aspekte, die auch wichtig sein könnten.

 

* Bei den Suchbegriffen

Eine Suche mit mehreren Suchbegriffen, mal mit weiter, mal mit enger gefassten Begriffen ist notwendig, auch Synonyme müssen berücksichtigt werden. Wichtig ist (v.a. bei der Suche in Datenbanken) die Umsetzung in die jeweilige Retrievalsprache bzw. in das jeweilige System von Notationen, damit man nicht unwillkürlich einen Teil der Möglichkeiten bei der Recherche verschenkt, indem man zwar die richtigen Suchbegriffe hatte, sie aber bei der Durchführung der Recherche nicht richtig umgesetzt hat. Auch bei fremdsprachigen Datenbanken/Quellen ist es wichtig, mit den richtigen Begriffen zu suchen.

 

* Bei den Quellen

Quellenkritik ist nicht nur in der Wissenschaft notwendig, sondern gerade auch bei der Recherche:

was wird ausgewertet?

wird irgend etwas ausgelassen?

wie aktuell ist es?

gibt es eine vorherrschende inhaltliche Tendenz?

 

* Beim Auswerten der Ergebnisse

Die typische Situation, in der man anfängt, ungenau zu werden, ist diejenige, in der man zuviele Ergebnisse bekommt. Beispiel: Die riesigen Ergebnismengen der Suchmaschinen. Oft kann man zwar dank des Rankings der Ergebnisse davon ausgehen, dass die ersten 40 genannten Quellen mehr zutreffen als die 100.000 als nächste aufgeführten Quellen, jedoch: Sicher sein kann man sich nicht! Deshalb ist es immer besser, bei einer zu grossen Treffermenge nochmal zu überlegen, was noch fehlen könnte und dann mit einer verfeinerten Suche versuchen, auch das noch zu bekommen.

 

B "Logische Verknüpfungen" oder "Boole'sche Operatoren"

 

Lassen Sie sich von Worten wie "Expertensuche" oder eben auch "Boole'sche Operatoren" nicht abschrecken, dahinter verbergen sich Recherchetechniken, die, einmal gelernt, einem die Suche erheblich erleichtern und Ihnen zu sehr guten Ergebnissen verhelfen.

 

Die Verknüpfungen mehrerer Suchbegriffe sind das A und O der sogenannten "Expertensuche", wie sie von vielen Katalogen und Datenbanken angeboten werden, aber auch Suchmaschinen erlauben solche Operatoren! Sie sind das adäquate Mittel für das Ziel, die Ergebnismengen von Recherchen so zu modellieren, daß man

 

überschaubare und verarbeitbare Ergebnismengen und

Ergebnisse gemäß der Recherchefragen

bekommt! Man kann mit Verknüpfungen also viel genauer recherchieren, muß sich aber vorher kundig machen, mit welchen Worten oder Zeichen diese Operatoren in dem jeweils benutzten Suchmittel (Online-Katalog, Suchmaschine etc.) dargestellt werden (leider sind es immer wieder andere...) und welche Such"aspekte" (formale Angaben wie z.B. Verfasser, Titel, Jahr, Sprache oder inhaltliche Angaben wie Stichwort und Schlagwort) man miteinander verknüpfen kann. Die Standardverknüpfungen sind AND (bildet eine Schnittmenge zweier Suchaspekte), OR (ergibt eine Gesamtmenge) und NOT (schließt ein Merkmal aus). In letzter Zeit bürgert sich auch der Operator NEAR ein (im eigentlichen Sinne kein Boole'scher Operator), der nach Begriffen sucht, die in Texten nah beieinander stehen.

Meist sind diese Operatoren schon in den Menüs mit eingebaut, so dass man in verschiedenen Zeilen Suchbegriffe eingeben kann und hinter der Zeile die Möglichkeit hat zu bestimmen, wie der Begriff bei der Suche mit dem in der nächsten Zeile verknüpft wird.

 

Wie geht man nun adäquat mit diesen Operatoren um? Wollen Sie zunächst einmal eine Gesamtmenge bilden, um im zweiten Schritt konkreter fragen ("einschränken") zu können, dann bietet sich zuerst eine OR-Suche an, um dann mit AND die Menge der Treffer eingrenzen zu können. NOT bietet sich immer dann an, wenn Sie merken, daß in der Menge der Antworten unerwünschte Treffer (z.B. wenn ein Wort mehrere Bedeutungen haben kann) auszuschließen. Auch mit dem Operator NEAR, falls er angeboten wird, kann man die Relevanz der Treffer steigern.

 

C "Trunkierung", "Joker" oder "Wild Card"

 

Mittels eines Jokers kann man nach Begriffen und Feldern suchen, ohne alles ganz genau angeben zu müssen. Üblich sind die Zeichen "*" und "?". Meist wird nur die Rechtstrunkierung angeboten, d.h. man gibt einen Wortanfang ein, setzt dann den Joker und bekommt so alle Wörter mit diesem Anfang. Es gibt aber auch Links- und sogar Mitten-Trunkierung, wo, das erfährt man jeweils im Hilfe-Text. Der Joker bietet die Möglichkeit, nach mehreren Begriffen zu suchen, um so die Suche zu bündeln oder um Plural- und Flexionsformen eines Wortes gleichzeitig suchen zu können. Ebenso kann man mittels eines Jokers nach unterschiedlichen Schreibweisen eines Wortes (z.B. organisation und organization) gleichzeitig suchen.

 

Nur um ein Beispiel zu geben: Man kann mittels eines Jokers komfortabel gleichzeitig Singular und Plural suchen. Sucht man mittels einer Internet-Suchmaschine Texte über Parteien, so gibt man "Partei*" (oder "Partei?" oder "Partei$", je nach Suchsprache ist das verschieden!) ein und bekommt alle Texte, in denen sowohl "Partei" als auch "Parteien" stehen können, aber auch Parteispenden, Parteiprogramme, Parteireform usw.

  

D "Phrasensuche"

 

Gerade in der Politikwissenschaft gibt es viele zusammengesetzte Begriffe. Wenn man jetzt z.B. nach der Europäischen Union sucht und daran interessiert ist, weder alle Organisationen mit "Europäische" noch alle mit "Union" im Namen zu bekommen (dies wäre z.B. eine Suche mit der Verknüpfung AND), dann ist es gut, wenn die Recherche eine Suche nach der Phrase "Europäische Union" erlaubt, so daß man die exakte Menge an Dokumenten bekommt, die man wünscht.

Meist sind es zwei Anführungszeichen, mit denen man dem jeweiligen Suchdienst signalisiert, dass er die Wörter, die zwischen ihnen stehen, als Phrase zu interpretieren hat. 

 

E Der Unterschied zwischen "Stichwörtern" und "Schlagwörtern"

 

Viele denken, daß dies dasselbe sei. Der Unterschied - gerade hinsichtlich der Validität der Ergebnisse einer Recherche - ist groß!

 

Ein Stichwort ist (bei Katalogen) ein Wort aus einer Titelangabe (Autor, Titel, eventuell noch andere Felder wie Verlag, Sprache, Jahr) oder (bei Datenbanken) aus einer Annotation oder (bei Suchmaschinen) aus einem Internettext. Wenn Sie mittels eines Stichwortes suchen, bekommen Sie a) eingeschränkte Ergebnisse, denn das Wort muß ja vorhanden sein, und b) haben Sie großen Aufwand, alle denkbaren Stichwort-Varianten anzuwenden. Warum? Es gibt ja nicht nur das eine Stichwort, sondern noch seine grammatikalischen Formen wie z.B. den Plural, und es gibt nicht nur das Stichwort in der einen Sprache, sondern es muß noch - mitsamt seinen grammatikalischen Formen - in anderen Sprachen abgefragt werden, wenn man auch anderssprachige Bücher oder Texte sucht!

Schlagwörter hingegen sind das Ergebnis einer inhaltlichen Erfassung des Dokuments! D.h. Schlagwörter bündeln Dokumente gleichen Inhalts, ganz gleich, ob der gesuchte Aspekt im Titel auftaucht oder nicht, ganz gleich, in welcher Sprache das Buch oder der Text geschrieben ist! Der Gebrauchswert von Schlagwörtern ist also wesentlich höher als jener von Stichwörtern, einfach, weil hier intellektuelle Arbeit für Sie gemacht wurde! Ihrerseits müssen Sie sich nun freilich die Mühe machen zu ergründen, in welcher Form die Schlagwörter angesetzt sind, um diesen Vorteil auszunutzen. Also: Falls Online-Kataloge oder Datenbanken eine Suche nach Schlagworten zulassen, sollten Sie sich durch Kenntnisnahme der Hilfetexte die Struktur der Schlagworte anzueignen suchen, um die Recherchemöglichkeiten, die Ihnen geboten werden, auch auszureizen!

Es ist nicht wichtig, daß Sie sich die Begriffe Stich- und Schlagwörter merken. Im Englischen werden übrigens beide "catchword" oder "keyword" genannt. Sie sollten sich aber den Sachverhalt merken, weil er bei der Recherchestrategie eine Menge bedeutet!

 

F Indices benutzen!

 

Bei vielen Online-Katalogen und Datenbanken gibt es nicht nur die Möglichkeit, mit Stichworten nach verschiedenen Suchaspekten zu suchen (z.B. Autor/in, Titel, Verlag, Jahr), sondern auch für diese Suchaspekte jeweils einen Index (oder ein Register) aufzuschlagen und dort zu blättern. Diese Möglichkeit wird oft übersehen, bietet aber große Benutzungsvorteile, weil man einen Überblick über den Inhalt der Datenbank bekommt, also z.B. nachprüfen kann, wie sich der Name eines Autors/einer Autorin richtig schreibt, wie ein Schlagwort richtig angesetzt ist und ob es ähnliche Schlagworte gibt usf. Manchmal gibt es ein sogenanntes "Kreuzregister", in dem alle Suchaspekte gemeinsam alphabetisch aufgeführt sind.

  

G "Hilfstexte" zur Kenntnis nehmen!

 

Diese Texte sind bei Katalogen und bei Suchmaschinen oft recht kurz gehalten, so daß es keine Mühe macht, kurz hineinzuschauen, um zu sehen, welche Struktur der Anfrage denn hier bei der Recherche notwendig ist.

 

Bei Suchmaschinen, die eine deutsche Version haben, wie z.B. AltaVista oder AltaVista, kann man natürlich die Hilfstexte in deutscher Sprache lesen.

 

Bei Datenbanken ist das anders, hier sind die Hilfetexte manchmal umfangreicher und mit Beispielen versehen. Hier lohnt es sich, gerade auch bei verbreiteteren Recherchesprachen wie z.B. WEBSPIRS, die Hilfetexte auszudrucken und eingehender zur Kenntnis zu nehmen, um die Recherche gezielt durchführen zu können.

  

H Lokale Suchhilfen benutzen!

 

Homepages von großen Institutionen und Organisationen sind oftmals umfangreich und verschachtelt, die Systematik der verschiedenen Unterverzeichnisse und -seiten hängt aber immer von den Vorstellungen der jeweiligen Webmaster ab, so daß Ordnung und Benennung von Seiten oftmals dermaßen ungeschickt sind, daß man sich wie in einem Labyrinth vor- und zurücktasten muß, bis man schließlich - eben nicht gezielt, sondern durch "trial and error" - zur gewünschten Stelle gelangt. Sehen Sie sich nur einmal ein paar Homepages von Universitäten an, dann wissen Sie, was ich meine!

 

Suche

Viele dieser Institutionen bieten auf ihrer Hauptseite einen Punkt "Suche" an, bei dessen Anklicken Sie auf eine Seite geleitet werden, wo Sie Suchbegriffe eingeben können. Nutzen Sie auch hier die Möglichkeit, Verknüpfungen von Stichworten anzuwenden! Die Reihenfolge der Suchergebnisse ist zwar oft etwas unübersichtlich und auch nicht, wie bei Suchmaschinen, nach Relevanz gewichtet, sondern meist nach Aktualisierungsdatum, aber man kommt mit dieser Methode merklich schneller ans Ziel als mit dem Browsen (d.i. das Durchblättern der Seiten in der Verzeichnishierarchie). Nur sollten Sie sich hier auch schnell mittels des Hilfetextes orientieren, welche/s Zeichen/folge Sie für die Verknüpfungen eingeben müssen!

 

Index

Manche Institutionen sind so nett und bieten neben einer Suchmöglichkeit auch einen Index von Stichworten aus ihren Seiten an, beispielsweise unter dem Titel ",Die Unibibliothek von A-Z". Auch dies ist eine gute Hilfe zur Orientierung, mit der man rasch ans Ziel kommt.

 

Sitemap

Manchmal wird auch eine Sitemap, eine Darstellung der Struktur der Homepage einer Institution, angeboten. Hier kann man sich den Aufbau der Homepage vor Augen führen (wenn die Sitemap auch graphisch übersichtlich gestaltet wurde, leider gibt es da unübersichtliche, monströse Aufzählungen...) und sich so orientieren. Ein Tipp: Hier macht es manchmal auch Sinn, die Sitemap in einem Browserfenster stehen zu lassen und in einem anderen die Homepage nach dieser "Karte" zu durchqueren.

 

Die Suche nach Stichworten ist hilfreich, wenn Sie etwas zu einem bestimmten Thema suchen; jene über einen Index oder eine Sitemap erlauben es, auch Themen zu entdecken, an die man zunächst gar nicht gedacht hat und sind so hinsichtlich eines kreativen Suchprozesses effektiver als eine Stichwortsuche!

  

I "Leitseiten" beachten, gegebenenfalls als Startseite des Browsers wählen!

 

Sogenannte "Leitseiten" sind einfach Übersichtsseiten, thematische Listen, mit denen man gute Erfahrungen gemacht hat, wenn man sie als Ausgangspunkt für eine Internetrecherche wählt. Merkmale einer solchen Seite können sein: Gute Strukturierung, gute Auswahl, gegebenenfalls Annotationen und regelmäßige Aktualisierung und Pflege.

 

  

J Bei der Recherche auch kostenpflichtige Dienste berücksichtigen!

 

Es gibt einen Mythos bei Nutzern des WWW, daß im Internet bzw. WWW sollten nur kostenlose Dienste angeboten werden bzw. benutzt werden sollten. Eng damit zusammen hängt die Vorstellung, nur kostenlose Dienste seien günstig. Vielleicht kommt dies aus der alternativen Anfangszeit des Netzes, vielleicht ist es auch nur Gedankenlosigkeit, jedenfalls sollten Sie sich das bei Recherchen noch einmal überlegen! Warum?

 

Auch kostenlose Dienste kosten letztlich etwas

Wenn vieles im World Wide Web kostenlos verfügbar ist, so liegt das daran, daß

 

vieles über Werbeeinnahmen gesponsort wird (Beispiel: Suchmaschinen).

es sich oftmals um Angebote handelt, die die durch eine kostenlose Nutzung sich erst bekannt machen wollen. Zu einem späteren Zeitpunkt aber werden sie auf kostenpflichtige Nutzung umgestellt (Beispiel: diverse Zeitungen und ihre Archive).

der Einstieg zu bestimmten Diensten kostenlos ist, weil man sich erhofft, daß als Folge Geschäfte gemacht werden können (Beispiele: Datenbanken mit nachgeschalteter kostenpflichtiger Lieferung der Dokumente).

der Aufwand von der Öffentlichkeit getragen wird, wie z.B. bei manchen Datenbankangeboten amtlicher Institutionen (z.B Datenbanken des Bundestages).

Viele Dienste können aber nur dann angeboten werden, wenn sie sich selbst tragen bzw. einen Gewinn abwerfen (wenn nur dann jemand Geld und Zeit investiert). Es ist nicht moralisch verwerflich, wenn für eine Leistung Geld verlangt wird, Sie sind in der Entscheidung frei, ob Sie das in Anspruch nehmen wollen oder nicht. Es ist nur schade, wenn Sie einen Dienst aus Vorurteilen heraus nicht in Anspruch nehmen, obwohl Ihnen dies durchaus etwas brächte und auch die Kosten sich hinsichtlich des Ergebnisses im Rahmen halten.

Abgestuft vorgehen

Versuchen Sie zunächst kostenlos an die gewünschten Informationen zu kommen. Wenn dies gelingt, um so besser! Gelingt Ihnen dies aber nicht oder ist das Ergebnis unbefriedigend, sollten Sie überlegen, ob nicht doch der ein oder andere kostenpflichtige Anbieter für Sie in Frage kommt!

 

Beispiel

Beispielsweise können Sie versuchen, auf der Suche nach Dossiers zu einem etwas zurückliegenden Ereignis in Zeitungen zunächst einmal in Zeitungen zu suchen, die ihr Archiv kostenlos im World Wide Web zugänglich machen. Wenn das Ergebnis jedoch unbefriedigend ist und Sie wissen, daß beispielsweise die Süddeutsche Zeitung oder die Frankfurter Rundschau Entsprechendes veröffentlicht hat, so gehen Sie auf deren Homepage, suchen nach dem Archiv und werden dann zu dem kommerziellen Datenbankanbieter geleitet, der das Archiv online anbietet. Sie müssen sich dort dann anmelden, die Geschäftsbedingungen akzeptieren und können dann recherchieren und die Artikel einsehen, ausdrucken etc. Stellen Sie eine Güterabwägung an: Wieviel kostet es Sie, in die Unibibliothek zu gehen, sich die Mikrofilme geben zu lassen, diese durchzusehen, zum ReaderPrinter zu gehen und den Artikel zu kopieren? An reinen Kopierkosten recht wenig, das stimmt. An Zeit und Aufwand doch recht viel, oder? Sie müssen abwägen, was Sie mehr kostet: Der Preis für die Online-Recherche oder der Aufwand, in der Bibliothek zu recherchieren und zu kopieren.

Noch gar nicht so bekannt ist der Dokumentlieferdienst Subito, der im deutschen Bibliothekswesen der nationale Provider für Zeitschriftenartikel ist. Immer dann, wenn Sie eine wichtige Literaturangabe zu einem Zeitschriftenaufsatz haben, den Sie im lokalen Bibliothekssystem nicht bekommen, sollten Sie erwägen, statt der Fernleihe nicht Subito in Anspruch zu nehmen, um so schneller an den gewünschten Aufsatz zu kommen. (Sie sollten freilich einen einigermaßen leistungsfähigen Account haben, weil die gescannten Seiten durchaus Dateien von mehreren MB ausmachen...). Weitere kostenpflichtige Dokumentlieferdienste sind JASON, jener der British Library und IngentaConnect, eine riesige Zeitschriftendatenbank (kostenlos) mit angeschlossenem Dokumentlieferdienst (kostenpflichtig) in den USA. Bestellungen dort erfordern freilich Kreditkartennummern, beachten Sie bitte, daß diese Zahlungsweise zwar allgemein verbreitet, nichtsdestotrotz aber prekär ist...

Eine Übersicht über Dokumentlieferdienste bietet Ihnen der Pool Politikwissenschaft im WWW, Teil 1.18.

 

Unnötige Kosten vermeiden

Auch bei kommerziellen Anbietern vermeiden Sie unnötige Kosten, indem Sie die Hilfetexte und die Informationen vorher aufmerksam durchlesen. Was hilft es Ihnen, wenn Sie bei einem Datenbankanbieter im Archiv einer Zeitung nach einem länger zurückliegenden Text recherchieren, sonderbarerweise kein Ergebnis bekommen und danach im Hilfetext lesen, daß dieses Archiv erst seit kurzem erst angeboten wird? Deshalb sollte man jene Hilfstexte, die sowieso angeboten werden, im eigenen Interesse auch zur Kenntnis nehmen!

  

K Nicht auf den Mythos Internet hereinfallen:

 

1. Ein Internet-Dokument enthält nicht von vornherein besonders wertvolle Texte/Daten!

"The Medium is the Message" - diese falsche Charakterisierung der Medien durch Marshall McLuhan scheint sich manchmal am Beispiel des Internet zu bestätigen, wenn Studierende gläubig meinen, daß diese Zahl oder jenes Dokument aus dem Internet stamme, als sei das ein Garant für valide, aktuelle oder umfangreiche Daten oder Tatsachen. Das Gegenteil ist der Fall! Die Veröffentlichungsschwelle ist im Internet weitaus geringer als etwa im Buchwesen und so findet man denn auch jede Menge Schrott, der nicht unbedingt auf den ersten Blick zu erkennen ist. Gegenüber Quellen und Texten aus dem Internet ist wissenschaftliche Kritik genauso angesagt wie bei Quellen und Texten auf Papier (und schon das war geduldig!).

 

Wissenschaftliche Recherche im Netz braucht also Quellen-/Textkritik. Was könnten da geeignete Kriterien sein:

 

Ist der Herausgeber eine offizielle Organisation oder eher eine unbekannte Größe?

Ist der/die Autor/in zweifelsfrei zu erkennen, ist eine E-Mail- oder Postadresse angegeben, so daß man gegebenenfalls Rückfragen stellen kann?

Ist die Seite gut gepflegt? Ist die Aktualität zu erkennen? Wird eine angegebene Periodizität gewahrt?

Ist am Text selbst zu erkennen, ob er eher seriös (z.B. wissenschaftlich aufgebaut) oder tendenziell ist? Sind Lücken zu erkennen?

Wird von seriösen Seiten aus auf das Angebot verwiesen?

Wie ist der Text im Vergleich zu anderen (Internet- oder Papier-)Quellen?

2. Internettexte/-datenbanken sind nicht von vornherein vollständig!

Oftmals ist der Umfang von Texten/Dokumenten/Archiven/Datenbanken schlecht oder gar nicht dokumentiert. Seien Sie deshalb mißtrauisch, was die Ergebnisse von Recherchen anbelangt! Ein Beispiel: Eine Zeitung bietet ein 14-Tage-Archiv zum Recherchieren an. Per Zufall kommt man darauf, daß ein Text der Paper-Ausgabe gar nicht in diesem Kurz-Archiv enthalten ist. Auf Nachfrage bekommt man dann heraus, daß "Sonderrubriken" nicht enthalten seien. Ein Blick auf den Originaltext zeigt, daß der Artikel weder typographisch noch von der Rubrik her besonders auffällig war. Eine weitere Nachfrage ergab, daß der Artikel intern dennoch einer "Sonderrubrik" zugeordnet war, obwohl dies für NutzerInnen in keiner Weise zu erkennen ist. Ein anderes Beispiel, sind Bibliothekskataloge, die meist nur einen Ausschnitt des Bibliotheksbestandes (meist ab einem bestimmten Stichdatum alle Neuerwerbungen und dann noch Retrokonversionen) bieten. Will man vollständig suchen, muß man doch entweder Zettelkataloge oder Mikrofiche-Ausgaben benutzen.

 

Achten Sie jeweils auf Hinweise über den Berichtszeitraum/die Reichweite des Internetangebotes!

3. Die Recherche im Internet ist nicht von vornherein besonders effektiv

Überlegen Sie sich zu Beginn einer Recherche (und vielleicht auch mittendrin), ob Sie nicht auf anderem Wege schneller zum Ziel kommen. Manchmal ist es sinnvoller, zur Klärung einer bestimmten Frage ein Buch, ein Nachschlagewerk oder eine Zeitschrift zu konsultieren, anstatt Zeit bei der Recherche im Netz zu verbrauchen. - Was bei welcher Fragestellung effektiver ist, läßt sich nicht von vornherein beantworten, sondern nur durch kritisches Nachdenken, indem man gemachte Erfahrungen bei einer Recherche mit einbezieht!

 

Halten Sie beim Recherchieren auch einmal inne und überlegen, ob es alternative Möglichkeiten gibt, die eventuell schneller zum gewünschten Ergebnis führen.

 

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